Mit Marius zur Luthernacht

Eine überzeugende Leistung haben Jakob Lahner und Maria Pacurariu als Interviewer und Tassilo Segerer als Kameramann hingelegt. Für die Luthernacht am 22. Juli 2017 im Melanchthon-Gymnasium Nürnberg haben sie einen Film gedreht, der sich mit Naturwissen­schaften in der Reformationszeit beschäftigt. Dabei sind die drei auf den markgräflichen Hofastronomen Simon Marius gestoßen und so ergab sich ein Interview mit Pierre Leich, das die jungen Astronomiehistoriker professionell und sachkundig durchgezogen haben. Betreut haben das Projekt Dagmar Kroth und Barbara Safferling-Rohmfeld. Zum Interviewtermin schaute auch Volker Dickel vorbei, der das Wahlfach Astronomie anbietet, wofür die Nürnberger Astronomische Gesellschaft (NAG) das Teleskop im Hintergrund gestiftet hat.

Marius-Konferenzband erschienen

Im Thalia-Buchhaus CAMPE Nürnberg haben die Herausgeber Dr. Hans Gaab (links) und Pierre Leich im Beisein von Autoren und Förderern erstmals den 481-seitigen Sammelband „Simon Marius und seine Forschung“ präsentiert. Die Astronomiehistoriker stellten die 16 Beiträge kurz vor und überreichten die ersten beiden Exemplare der Vorstandsvorsitzenden der HERMANN GUTMANN STIFTUNG, Angela Novotny, und dem Direktor des Staatsarchivs Nürnberg, Prof. Dr. Peter Fleischmann. Die Publikation schließt das Simon-Marius Jubiläum 2014 ab. Deren Höhepunkte waren die Freischaltung des Marius-Portals, die Benennung eines Asteroiden nach Marius durch die Internationale Astronomische Union sowie die Tagung im Nicolaus-Copernicus-Planetarium, aus der der Sammelband hervorhing. Inzwischen (bis März 2017) erschienen über 40 Berichte, u.a. Rezensionen in SZ und FAZ. (Foto: Norman Schmidt)

Blog der Stadtarchive

Die „Stadtarchive in der Metropolregion Nürnberg“ haben sich zusammengetan und betreiben seit November einen Gemeinschaftsweblog unter diesem Namen. Alle paar Tage entsteht ein neuer Blogbeitrag und präsentiert geschichtlich interessante Themen rund um die Stadt- und Regionalgeschichte vom Mittelalter ins 21. Jahrhundert. Momentan beteiligen sich die Stadtarchive Amberg, Bamberg, Erlangen, Fürth, Lauf a.d. Pegnitz, Nürnberg, Pegnitz, Schwabach und Weißenburg an dem Gemeinschaftsprojekt.

Da das koordinierende Stadtarchiv Nürnberg auch einen Kalender von Simon Marius besitzt, haben wir die Gelegenheit erhalten, in einem kleinen Gastbeitrag über einige „Astronomische Werke aus Nürnberg“ zu berichten. Dem Stadtarchiv Nürnberg danken wir für die Digitalisierung der Marius-Schrift Alter und newer SchreibCalender auf das Jahr 1628, die nur noch in vier Exemplaren nachgewiesen ist, und dem Marius-Portal zur Verfügung gestellt wurde. (Foto: Kraus/Staudacher)

Weitere Marius-Kalender digitalisiert

Marius-Kalender_Fleischmann_Staatsarchiv-Nuernberg

Seit Beginn der Überlegungen für ein Marius-Portal im Jahr 2011 hat das Staatsarchiv Nürnberg das Projekt unterstützt. Vor Kurzem überreichte uns dessen Leiter, Prof. Dr. Peter Fleischmann (im Bild), eine CD, mit der er dem Portal weitere neun Marius-Kalender zur Verfügung stellt. Darunter befinden sich die kompletten Jahrgänge 1607, 1612 und 1613. Das weltweit nur im Staatsarchiv Nürnberg nachgewiesene Prognosticon Astrologicum auf das Jahr 1618 ist nun mit beiden Exemplaren einsehbar. Weiterhin haben wir den SchreibCalender auf das Jahr 1608 erhalten und das Prognosticon auf 1605 wurde komplettiert.

Marius-Anhang nun auf Deutsch

Globulus-Vorstellung-Mittl-Leich-Röttel_Bauer

Seit 1993 gibt Dr. Karl Röttel (im Foto rechts) die Zeitschrift Globulus heraus. Auf Einladung von Bürgermeister Richard Mittl (links) wurde nun in Mörnsheim der Jahresband 18 vorgestellt. Unter den vielfältigen Beiträgen findet sich auch „Marius’ Replik auf Scheiner – Der Anhang zum Mundus Iovialis von Simon Marius“ von Dr. Hans Gaab und Pierre Leich (Mitte). In dem sehr seltenen Anhang von 1614 verteidigt sich Marius gegenüber Angriffen von dem Ingolstädter Jesuitenpater, Mathematiker und Astronomen Christoph Scheiner. Vier Jahre zuvor hatte Galileo Galilei im Sidereus Nuncius über Mondberge und Jupitermonde berichtet. Scheiner zog die Wahrheit dieser Beobachtungen nicht in Zweifel und sah selbst Venusphasen und Sonnenflecken, schloss sich der Interpretation von Galilei aber nicht an und ließ die Copernicanische Lehre nur als hypothetisch gelten. Marius, der ebenso dachte, erwartete von Scheiner daher eine freundliche Würdigung seiner eigenen Jupitermondbeobachtungen, die ihm – wie man heute weiß – zeitgleich und unabhängig gelangen.

Während Scheiner einige Ergebnisse von Marius ohne Namensnennung übernahm, stellte er sich in der Frage der Priorität der Jupitermondentdeckung jedoch hinter Galilei und beschimpfte Marius als Calvinisten, der überaus spät und reichlich aufdringlich versuche, „uns das Gegenteil einzureden“. Marius revanchierte sich in dem Anhang, indem er Scheiner eine Reihe fachlicher Fehler aufzeigt.

Der Anhang liegt nun erstmals in deutscher Übersetzung vor, wobei der Übersetzer des Mundus Iovialis, Joachim Schlör, dem Text den letzten Schliff gab.

Galilei dankte Scheiner seine Solidarität übrigens nicht: In seinem Dialogo von 1632 überzog er Scheiner mit beißendem Spott.

(Foto: Franz Bauer)

Marius-Portal freigeschaltet

Marius-Portal-Freischaltung_Kaller

Nach fast dreijähriger Vorbereitung und über 1000 Stunden wurde am 18. Februar im Staatsarchiv Nürnberg das Marius-Portal freigeschaltet. Exakt 400 Jahre nach der Widmung im Hauptwerk von Simon Marius – waren bei einem kleinen Festakt die Generaldirektionen der bayerischen Staatlichen Archive und der Staatsbibliothek sowie weitere Archive und Bibliotheken aus Mittelfranken vertreten.

Auf den roten Knopf drückten Pierre Leich (Portal-Herausgeber), Dr. Peter Fleischmann (Direktor des Staatsarchivs Nürnberg), Dr. Stephan Kellner (Bavarica-Referent der Bayerischen Staatsbibliothek) und Dr. Ralph Puchta (Vizepräsident der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft) und unterstrichen die Bedeutung von Marius als Topastronomen auf internationalem Niveau, der zu einer Handvoll Forschern weltweit gehörte, denen mit dem eben entdeckten Fernrohr sensationelle Entdeckungen am Himmel gelangen.

Das mehrprachigen Marius-Portal führt erstmals alles von und über Marius zusammen.

Foto: Mark Kaller

Marius-Jubiläum gestartet

Marius-Auftakt-Gruppe_Goerke

Mit gut 160 Ehrengästen erlebte das Simon-Marius-Jubiläum am 10. Februar 2014 im Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg einen festlichen Auftakt, bei dem die Grußworte die Wertschätzung von Kommunen, Hochschulen, Förderern und zahlreichen Kooperationspartner aus Ansbach, Bamberg, Erlangen, Gunzenhausen und Nürnberg widerspiegelten. Im Bild: Dr. Wolfgang Eckart (Direktor Bildungscampus Nürnberg), Prof. Dr. Julia Lehner (Kulturreferentin der Stadt Nürnberg), Pierre Leich (Herausgeber Marius-Portal), Festreferent Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller, Dr. Dieter Hölzl (Präsident Nürnberger Astronomische Gesellschaft), Thomas A.H. Schöck (Kanzler Universität Erlangen-Nürnberg) und Dieter Schoch (Vorstandsvorsitzender STAEDTLER Stiftung).

Foto: Ramon Goerke